Chronik des TUS Kleefeld von 1888/ 1945

Im Frühjahr des Jahres 1919, zu einer Zeit, als in Deutschland die Menschen bemüht waren, die Spuren des 1.Weltkrieges zu beseitigen, erreichte die Welle der Begeisterung für den Fußballsport auch Kleefeld. Mitglieder des bereits existierenden Turnvereins Kleefeld v. 1888 fassten den Beschluss, eine Fußballabteilung aufzubauen, die ihren Spielort auf einem Nachbarplatz des Eilenriede-Stadions finden sollte. Im Mai des Jahres fand dann das erste Fußballspiel gegen den MTV Hannover statt, dass mit 10:1 gewonnen wurde. Im Juni 1919 trat man als Spielabteilung des TV Kleefeld dem Norddeutschen Fußballverband bei.
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Nachdem mit Beginn der Punktserie 1919/20 immer mehr Mitglieder der Fußballabteilung beitraten und sogar eine Jugendmannschaft gemeldet werden konnte brachte das Jahr 1920 noch eine entscheidende Neuerung. Es war das Geburtsjahr unserer Vereinsfarben, denn die stahlblauen Trikots, mit denen man begonnen hatte, wurden gegen grüne ausgetauscht. Nachdem man in der Zeit bis 1924 etliche Erfolge gefeiert hatte (so wurde die Mannschaft von Preußen Hameln, eine der stärksten Mannschaften überhaupt, mit 2:0 besiegt) beschloss der deutsche Turnerbund, dass Turnvereine, in denen Fußball gespielt wurde, mit dem Ausschluss zu rechnen hatten.

Und so wurde der Fußball-Club von 1919 gegründet, nur eine Fortsetzung der Spielabteilung des TV Kleefeld. Diese Trennung fiel mit der Liga- meisterschaft zusammen, so dass der neue Verein seine Vereinsgeschichte mit der Erringung der Meisterschaft begann. Die Freude wurde durch die Tatsache getrübt, dass der FC Kleefeld plötzlich keinen Sportplatz mehr besass. Der Platz am Stadion wurde dem HHC (dem heutigen Hockey-Club-Hannover(HCH)) zugesprochen, der TV Kleefeld erhielt den Platz am Dohmeyers Weg (Schulsportplatz der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule). Der FC ging leer aus. Nach zähen Verhandlungen erreichte man ein gleichberechtigte Mitnutzung des Schulplatzes Dohmeyers Weg.

Der Erfolg blieb den Mannschaften jedoch treu. Die 1.Herren belegten hinter 06 Hildesheim des 2.Platz, die 2.Mannschaft wurde Meister in ihrer Staffel.

In die Vereins- geschichte eingehen sollte auch der 19.Juni 1927. An diesem Tage erhielt der FC Kleefeld die vereinseigene Fahne. Das Einweihungsspiel wurde mit 3:10 verloren, doch das war damals Nebensache. Eine Fahne war der Stolz aller kleinen Vereine, sie war und ist dass Zeichen für eine Gemeinschaft von Idealisten.

In den folgenden Jahren musste sich der FC Kleefeld, nach Gewinn der Ligameisterschaft 1930, an eine Auf und Ab in der Tabelle gewöhnen. Als sich der Krieg ankündigte, gehörten Spiele des FC Kleefeld gegen die „Bückeburger Jäger“ zu den Spitzenspielen in Niedersachsen. Denn bei den Bückeburgern wirkten teilweise Nationalspieler , die zu jener Zeit in Stadthagen stationiert waren.

Das Vereinsleben kam in den folgenden Jahren völlig zum Erliegen; man war froh, wenn man wenigstens eine Mannschaft zusammen bekam.

Zum 25-jahrigen Stiftungsfest im August 1944 fand eines der letzten Spiele des FC Kleefeld statt. Es bedeutete das Aus einer Ära, die in ihren Jahren des Aufbaus den Grundstein für unseren heutigen Verein gelegt hatte.


Der 2. Weltkrieg war zu Ende. Viele ließen ihr Leben, nur vereinzelt kehrte dieses oder jenes bekannte Gesicht nach Kleefeld zurück. Und so dauerte es nicht lange, da hatten sich einige FC-er gefunden, um eine Wiederaufnahme des Fußballspiels zu planen. Zunächst begannen sie die Fußballspiele auf lokaler Ebene auf der Wiese an der Schweriner Schule auszutragen. Aufgrund des Kontrollratgesetzes durfte aber in jedem Stadtteil nur ein Sportverein existieren, so dass man am 18.November 1945 beschloss , den Turn- und Sportverein Kleefeld ins Leben zu rufen. Fußballer, Turner, Handballer, Leicht- und Schwerathleten, Boxer, Schwimmer und Radfahrer traten dem Verein bei, der binnen kürzester Zeit einer der größten in Niedersachsen wurde. Bis 13.April 1946 wurde sogar schon 65 Spiele ausgetragen, ein Beweis für die Begeisterung der Kleefelder Spieler.
Die 1.Mannschaft wurde 1947 Bezirksmeister und erzielte auch in Freudschafsspielen beachtliche Erfolge. So bezwang man Verden (2:0) und Südring Berlin (5:3). Das Rückspiel in Berlin verlor man dann jedoch vor 20.000 (zwanzigtausend!!!) Zuschauern. Mit dem TuS Kleefeld sahen die Berliner auch zu ersten Mal nach dem Kriege eine westdeutsche Mannschaft. Auch innerhalb Hannovers machte der TuS weiter von sich reden. So stellte man 1947 fast die Hälfte der hannoverschen Stadtauswahl. Nach Landesligaaufstieg, dem Verbot der Vereinszeitung 1948 und dem Weggang einiger Leistungsträger zum Nachbarn „96“ standen die folgenden Serien im Zeichen des Existenzkampfes. Nicht nur für die 1.Mannschaft, sondern für den ganzen Verein. Die 1.Mannschaft war und ist heute noch das Aushängeschild eines Vereins, sie prägt das Image, dass nun mal ausschlaggebend ist. Dennoch gab es auch ein freudiges Ereignis in dieser sportlich tristen Zeit. Bis zum Jahre 1954 wurden alle Spiele auf der Schulwiese am Schweriner Platz ausgetragen. Als die Herrenmannschaften durch Eigenarbeit auf dem Gelände der ehemaligen Scharnhorstkampfbahn einen B-Platz herrichteten, erkannte auch die Stadtverwaltung, wir nötig ein eigener Platz war. So beschloss die Stadtverwaltung, das Gelände der ehemaligen Scharnhorst-Kampfbahn am Nackenberg dem TuS zu übergeben. Nach dem Gewinn der Niedersachsenmeisterschaft der A-Jugend verfielen die Mannschaften ins Mittelmaß. Ende der Fünfziger machte sich eine gewisse Unruhe im Verein breit. Unstimmigkeiten zwischen Fußballern und Turnern waren an der Tagesordnung. Und so traten am 1.Januar die Turn- und Tischtennisvereinigung aus dem Verein aus. Danach ging es langsam wieder aufwärts. Im Jahre 1961 hätte es beinahe den Aufstieg in die Niedersachsenliga gegeben. Doch die Mannschaft wurde kurz vor Tore Schluss noch vom SV Borussia abgefangen. Der Aufstieg gelang dann jedoch 1965 nach der Neueinteilung der Niedersächsischen Verbandsstaffeln.


Die jüngeren Vereinsmitglieder kennen sie nicht mehr, den Älteren aber sind sie ein Begriff : Die „Tuspos“.

Es begann alles in der Kapellenstraße 10. Da trafen sich einige Ligaspieler beim Sportfreund Friedel Surkemper. Man schrieb Oktober 1945. Nach den letzen Spiel in Göttingen und Burgdorf hatten sie festgestellt, dass sie nicht nur spielen, sondern auch singen konnten. So entstand der Plan, eine Gesangsgruppe zu bilden, die zunächst vereinsintern wirkte, später aber auch in der Öffentlichkeit den Namen „TuS Kleefeld“ bekannt machen sollte.

Nach den ersten offiziellen Erfolgen als Gäste im „96“-er Klubheim und beim internationalen Fußballtreffen in Berlin fand ein großer bunter Abend in der Turnhalle „Schwerinerplatz“ statt, der vor ausverkauftem Haus zweimal wiederholt werden musste. Wo die „Tuspos“ hin kamen, stieg die Stimmung schnell auf den Höhepunkt. Und das waren die Meilensteine auf diesem Wege:

• Gründung des NFV in Bad Harzburg
• Einweihung „Haus des Sports“
• Einweihung des Verbandsheimes in Barsinghausen
• Ehrung der Deutschen Meisters im Messe-Restaurant
• Fest der Sportpresse auf dem Messegelände
• Meisterehrung des deutschen Fußballmeisters „Hannover 96“


Höhepunkt in der Karriere der Tuspos aber war der Auftritt im Deutschen Fernsehen im Dezember 1954 innerhalb der Sendung „1:0 für Sie“ mit Peter Frankenfeld.

Dass die Tuspos bei allem Erfolg Amateure blieben, versteht sich. Und das nach Abzug der notwendigen Spesen manches nette Sümmchen für Fußbälle oder Jugendarbeit in die Vereinskasse floss, war eine erfreuliche Begleiterscheinung.

„So sind wir“ – da war das Motto des großen bunten Abends des TuS Kleefeld 1948. Und so sind sie immer geblieben, die „Tuspos“:
Friedel Surkemper, Fredy Blankenberg, Rudolf Renneman, Karl-Wilhelm Siemens und Hans Wedemeyer.

CHRONIK - 4
In den Sechzigern hielt lange Zeit eine Damen-Handballmannschaft die Fahne des sportlichen Erfolges hoch. In weitem Umkreis, auch bei höher spielenden Gegnern immer bewundert, fehlte es der Mannschaft jedoch bald an Nachwuchs, und sie wurden gezwungen, den gleichen Weg zu gehen wie die Herrenmannschaft, die sich im Jahre 1965 selbst auflöste.

Dagegen war die Nachwuchsarbeit in der Fußballsparte vorbildlich. Es konnten 6 Jugendmannschaften gemeldet werden. Die Erfolge, die in den Jahren erzielt wurden, ließen sich in späteren Zeiten leider kaum wiederholen. Und das, obwohl den Jugendlichen die Zukunft gehört, von ihnen hängt die Existenz unseres Vereines ab. Es muss daher eine Aufgabe für Trainer und Betreuer sein, die Jugendlichen mit den Problemen des Vereins vertraut zu machen. Denn nur so lernen sie das Vereinsleben kennen, dass eben nicht nur aus den sonntäglichen Spielen besteht.

Die erste Mannschaft spielte in dieser Zeit in der Verbandsliga und hatte große Mühe, diese Staffel auch zu halten. Sie schaffte es aber immer wieder mit Bravour. Und immer dann, wenn es bedrohlich wurde, gingen die Spieler „voll“ zur Sache. So kannte man Langeweile bei dieser Mannschaft nicht, man hatte eher den Eindruck, dass sie die Spannung absichtlich heraufbeschwor, um dann zu zeigen, was ihr wahres können ist.

Die 70-er sollten dann ein entscheidendes Ereignis im Lebenslauf des Vereins mit sich bringen. Den Umzug von der Heimchenstraße an die Kleesstraße.

Obwohl die Mannschaft in der Saison 1970/71 aus der Verbandsliga absteigen musste, wurden die Planungen über das neue Vereinsheim mit Eile vorangetrieben. Am 25.Mai 1973 konnte der 1.Spatenstich auf der neuen Anlage gemacht werden und bereits nach einer Rekordbauzeit von nur 39 Tagen konnte Richtfest gefeiert werden. Als neuer Vereinswirt hatten sich Walter Rodekamp, Ex-Profi und Nationalspieler mit seiner Frau Marlis gefunden. Das neue Clubheim konnte am 30.Januar 1974 um 19:00 Uhr mit einem Kappenfest eröffnet werden.



Um so erfreulicher der Clubhaus-Neubau war, um so bedauerlicher war das Schicksal der 1.Mannschaft. Die Talfahrt begann nach dem Abstieg aus der Bezirksliga über die Bezirksklasse in die Kreisklasse. Erst ein Kreis von Individualisten und Förderern halfen beim Wiederaufstieg in der Saison 1976/77. Mit den Erfolgen der 1.Mannschaft bekam das Vereinslebend einen kräftigen Aufschwung. Veranstaltungen unter dem Motto „Spanische Nacht“ und „ein Abend auf der TuS-Ranch“ wurden ein toller Erfolg.

Die 80- er brachten neben der „Neuen Deutschen Welle“ auch Wechselbäder der Begeisterung und Ernüchterung mit sich. Die Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Bezirksliga, eine Korbball-Mannschaft wurde gegründet und verließ den Verein nach einiger Zeit wieder. Bevor unser damaliger Wirt W. Rodekamp das Klubheim an Wilfried Wolter, dem zuvor das Schützenhaus in Anderten gehörte, übergeben konnte, wurde es ein Raub der Flammen. Das Klubhaus brannte in der Nacht vom 06.12.1983 zum 07.12.1983 völlig ab. Kabinentrakt und Wirtswohnung sowie unsere Kegelbahn konnte die Feuerwehr retten. Nachbarvereine halfen mit Ausrüstungsgegenständen. Doch bereits am 14.Juni 1984 wurde das neue, wesentliche schönere Haus eröffnet. Die 1.Mannschaft etablierte sich im Bezirk, um dann im Jahr 1991 in die Kreisliga abzusteigen. Nach 2 Anläufen konnte der Bezirk in der Saison 1993 wieder erreicht werden. 1994 gründeten sich gleich 2 neue Sparten „Aerobic“ und „Petanque“. Während die Petanque-Spieler sich im den beiden ersten Jahren auf unserem „Aschenplatz“ häuslich niederließen, mussten die Aerobic-Damen weitab vom TuS-Platz in der Turnhalle der Hedwig-Heyl-Schule unterkommen. Einige öffentliche Auftritte machten sie aber schnell bekannt. Und auch die Petanque-Abteilung hat sich mittlerweile eine eigene wunderbare Anlage gebaut auf dem Platz, der früher den Korbball-Damen als Trainingsplatz diente. Und mit außerordentlichen Erfolg fanden zu Pfingsten nationalen Turniere auf der Anlage statt, die von aller Teilnehmern in höchsten Tönen gelobt werden.

So sehr sich die Anlage an der Kleestraße auch mauserte und über die Region Hannover bekannt wurde, so schwer hatte es die „Erste“, sich im Bezirk zu halten. Es kam, was kommen musste: Der Abstieg in die Kreisliga in der Saison 1997/1998.